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Donnerstag, 5. märz 2009 4 05 /03 /2009 23:05

Ohhhh, tut mir schrecklich leid, dass ich in letzter Zeit nicht geschrieben habe. Schon krass, ist schon wieder ewig her, dass ich das letzte von mir hören lassen habe...

Aber jetzt habe ich mal wieder Zeit und vor allem Lust gefunden, ein neues Kapitel zu schreiben und euch etwas von meinem Leben zu erzählen: Derzeit ist die Zeit der Besucher, will heißen, dass mein Bruder vor einer Woche hier war und gestern sind vier meiner Kumpels gekommen...Fonze, Hutter, Jakob und Karrekünschte. Der Basti ist schlussendlich doch nicht mitgekommen, da er andere Dinge zu tun hat. Ich habe ein Apartement in Canos de Meca, einem kleinen Surferort zwischen Tarifa und Cádiz, gemietet und jetzt sind die schon dort und ich werde morgen dazustoßen. Da werden wir wohl einigen Spaß haben...

Zurück zur Vergangenheit. Was habe ich in den letzten drei Wochen so gemacht? Also ich muss sagen, eigentlich nicht viel...nachdem der Sami und die anderen Studenten gegangen waren, war ich ein bisschen alleine, weil ich nicht wusste, mit wem ich jetzt etwas unternehmen sollte, aber am Samstag, dem 14. Februar, also Valentinstag, ging ich mit Matthieu, Gauthier, Kike und Adrada zur Stierkampfarena, um einen Stierkampf zu sehen. Ich muss sagen, dass so ein Stierkampf wirklich eine sehr grausam und auch komische Sache ist, aber trotz allem ist es sehr interessant und eine gute Erfahrung. Man kann sehen, dass das Leben eines Stieres nichts wert ist und dass es die Spanier völlig kalt lässt, einen Stier sterben zu sehen...

Aber – wie ich schon vorher erwähnt habe – ist so ein Stierkampf eine sehr interessante Erfahrung und ich glaube, dass man einen solchen gesehen haben sollte, wenn man neun Monate in Spanien lebt. Ist ja schließlich Teil ihrer Kultur und Gewohnheiten...

Also, dann werde ich mich mal dranmachen, euch zu erklären, wie so ein Stierkampf abläuft:

Die Stierkampfarena von Algeciras hat Platz für 12 500 Zuschauer, aber an jenem Tag kamen nur 500. Also war die Arena fast leer.

Zuerst ist da die Präsentation der „Toreros“ und der Pferde, die auch am Stierkampf teilnehmen, aber von ihnen werde ich später mehr erzählen. Die Toreros grüßen den Bürgermeister, der unterhalb des Arenadaches in seiner Loge sitzt.

Danach beginnt der Kampf...ein Stier rennt in die Arena und die Toreros provozieren ihn. Zu Beginn ist der Stier sehr agressiv und rennt mehrere Male kopf- oder besser hörnervoraus in die Holzabsperrung, hinter der sich die Toreros zurückziehen, wenn der Stier angerannt kommt. Dieses Spektakel dauert ein bisschen und nach einer Weile kommen zwei Pferde mit Reitern in die Arena. Die Pferde haben einen Schutz am Körper, damit der Stier sie nicht tödlich verletzt. Wenn der Stier die Pferde erblickt, beginnt er, seine Hörner in die Seite der Pferde zu rammen. Aber da die Pferde geschützt sind, verletzten sie sich nicht. Während dieses animalischen Zweikampfes stößt der Reiter eine Lanze in den Rücken des Stieres, um ihn zu provozieren und vielleicht auch zu dem Zweck, dass der Stier ein bisschen seiner Kraft verliert. Ab diesem Augenblick beginnt das Tier das erste Mal zu bluten.

Wenn die Pferde aus der Arena verschwinden, sind wieder die Toreros an der Reihe, die eine Sache machen, die man normalerweise auch im Fernsehen beobachten kann: Sie rammen kleine Stecken mit äußerst scharfen Spitzen in den Rücken des Stieres. Diese Stecken sind in den Farben der spanischen oder andalusischen  Fahne angemalt und bleiben im Rücken des Stieres stecken. Sie sorgen dafür, dass noch mehr Blut aus den Wunden des Tieres strömt...es schon zu diesem Moment ein sehr grausames Spektakel mit sehr viel Blut.

Und nun kommt das Ende: der Torero „spielt“ mit dem Stier. Er hat sein rotes Tuch und der Stier versucht immer, mit seinen Hörnern das Tuch zu attackieren und der Torero zieht es wieder weg. Aber das kennt ihr wohl...und wenn der Torero genügend mit dem Stier „gespielt“ hat, tötet er ihn. Das heißt, er stößt einen Säbel in den Rücken des Stieres und nach dem Todeskampf desselben, schneidet er ihm die Ohren ab.

Gut, das ist der typisch spanische Stierkampf und am Abend danach kam der Robert. Er blieb eine Woche und in dieser Zeit haben wir viele Sachen gemacht. So zum Beispiel Beachsoccer mit dem Thomas gespielt oder Ausflüge nach Vejer de la Frontera und Tarifa gemacht. Aber das Interessanteste war der Karneval in Cádiz. Diese Dinge könnt ihr in seinem Blog (www.lefindsch.over-blog.de) nachlesen. Er schreib sehr detailliert über diese Woche. Deshalb denke ich, dass dies ausreicht, wenn er das gemacht hat.

Was noch? Ah endlich ist der Frühling angekommen!!! Es gibt Tage, an denen es 25 Grad warm ist, aber diese sind – noch – selten. Ich hoffe, dass das Wetter jetzt schnell besser wird und dass ich bald den Sommer in Südspanien genießen kann.

Außerdem ging die Fred letzten Donnerstag mal wieder nach Lissabon. Also blieb der Thomas bei seinem Vater und ich hatte drei ganze Tage frei. Das kommt mir irgendwie spanisch vor, weil die Fred immer irgendwas zu tun hat, arbeitet oder ihren Freund in Lissabon besucht. Sie sagt mir immer sehr kurzfristig vor dem Wochenende Bescheid. So kann ich selten etwas fix planen und auch das Wochenende mit meinen Kumpels war kurz in Gefahr, aber jetzt klappts ja, auch wenn sie mal wieder in Paris und Le Havre sein wird...das gefällt mir gar nicht!!! Man sollte doch in einem normalen Arbeitsverhältnis seine freien Tage oder zumindest freie Wochenenden einplanen können!?

Nun gut...jetzt werde ich nochmal weggehen und ein bisschen Billard mit den Amerikanern spielen und mich dann morgen aufmachen, mit meinen, wie der Sami sagen würde, „Kollegen“ ein saugeiles Wochenende in Canos zu verbringen. Ich wünsche euch ebenfalls ein schönes Wochenende und ich werde euch bald wieder mit Neuigkeiten beglücken. Hoffe ich zumindest...

Pfiatzeich Kili

von El Franke
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