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Wednesday, 7. january 2009 3 07 /01 /Jan. /2009 15:51
 

2009 - krass und die Welt ist immer noch nicht gerettet, WAS?


So ich hab keine Ahnung wie ich anfangen soll, aber ich fang halt mal an...

Ach ja ich könnt euch ja mal allen ein frohes neues Jahr wünschen, denen ich das noch nicht gewunschen habe.

Feliz ano nuevo 2009!!!

Ansonsten meld ich mich jetzt halt mal wieder nach zwei Wochen ruhigen Ferien hier in Spanien. Zwei Wochen mit endlich mal wieder jemandem vertrautem um mich waren schon die bisher schönste Zeit hier. Ich werde die zwei Wochen jetzt einfach mal zusammenfassen:


Am 21. Dezember ist sie angekommen und dann sind wir erst mal z’ge Tarifa an den Strand gefahren, weil da das Wetter auch noch ansprechend war. Dort am Scheidepunkt zwischen Mittelmeer und Atlantischem Ozean wehte ein so heftiger Wind, dass wir uns gelegentlich regelrecht festhalten mussten, um nicht davongeweht zu werden...na ja, Tarifa ist ja nicht umsonst ein Surfer-Mekka und von tausendtausend Windrädern umgeben...

Das Wetter hat sich aber dann rasch verschlechtert und ist dann auch fast die ganzen Wochen so schlecht geblieben. Schlecht will heißen um die 15 Grad durchschnittlich...aber die Carmen fands trotz allem saukalt. Da ist sie wohl mit zu hohen Erwartungen hierher gekommen. Der Wind macht das Ganze dann doch immer ein klein wenig kälter als angenommen.

So haben wir uns dann die zwei Tage vor Weihnachten in die Vorbereitungen für das große Fest gestürzt und ich hab dann auch am 23.(!) Dezember endlich meinen Adventskalender von der Familie daheim bekommen. Tja wohl ein bisschen spät, aber das ist nicht das Verschulden meiner Eltern, sondern – wie ich vermute – der spanischen Post, die sagenhafte vier Wochen gebraucht hat, ein Paket von Deutschland nach Spanien zu verschiffen.(?)

Nach dem 23. kam der 24. Dezember (wie eigentlich immer) und somit der Heilige Abend...wir feierten diesen recht traditionell und so deutsch wie möglich, denn in Spanien wird dieser fast überhaupt nicht gefeiert. Nur dass einige Mittzwanziger schon nachmittags betrunken durch die Bars ziehen und dann in gleichem Zustand mit ihren Familien zu essen, um danach wieder um die Häuser zu ziehen. Wir dagegen haben schön gekocht, Geschenke aufgemacht und sind dann in die Mitternachtsmesse in einer kleinen Kirche in San Garcia, einem Stadtteil von Algeciras, gegangen. Dieser Gottesdienst war wirklich äußerst interessant und hatte nur den traditionellen Ablauf mit einer Messe in Deutschland gemeinsam. Also Evangelium, Predigt, Gabenbereitung etc. Ansonsten wird hier viel mehr gesungen und der „Chor“ ist eigentlich mehr ein Orchester. Denn der sehr laute Gesang wird von Castanetten (keine Ahnung, wie man das schreibt), Tambourins, Gitarren, einer Basstrommel und einer Anisschnapsflasche begleitet. Auch wird insgesamt viel mehr gesungen und es hat mich ein wenig an diese Gospelgottesdienste der schwarzen Bevölkerung in den USA erinnert. Aber nur ein wenig...

Das interessanteste war aber, dass nach dem Gottesdienst – wie bei der Gabenbereitung – eine Reihe gebildet wird und der Pfarrer vorne mit einer Jesus-Puppe steht und jedes Gemeindemitglied das Kind auf das Bein küsst. Damit das allerdings nicht unangenehm ist, steht daneben ein Ministrant und putzt nach jedem Kuss das Bein der Puppe wieder ab. Sehr amüsant...und dann wurde noch ein Lied auf das Jesuskind angestimmt, danach noch eins auf die Maria und danach ging’s bei einem Gemeindeempfang weiter, indem getrunken und gesungen wurde...

Ich muss schon sagen das war wirklich ein sehr interessantes Erlebnis und einfach komplett anders, als der Gottesdienst in Deutschland.


Das war also unser Heiligabend und am 2. Weihnachtsfeiertag, der hier übrigens kein Feiertag ist, haben wir einen Ausflug nach Gibraltar, also nach England, gemacht. Allerdings konnten wir leider nicht auf den Berg mit den Affen, da die Seilbahn – aufgrund zu starken Windes – nicht in Betrieb war. Eigentlich schade, aber trotzdem ist Gibraltar echt interessant anzuschaun...schon allein die Tatsache, dass sich ein Duty-Free-Shop an den anderen reiht, finde ich sehr krass. Es gibt hier anscheinend einen richtigen Duty-Free Tourismus. Zumal die Stange Zigaretten ja nur 12 Euro kostet schon verständlich...wie ihr auf dem Bild sehen könnt, wird ja auch ein bisschen Schnaps verkauft.

Auch haben wir in Gibraltar ein Containerschiff gesehen, welches vor 3 (!) Monaten in dem großen Sturm hier auf die Felsen geprallt und auseinandergebrochen ist. Die Spanier bzw. die Gibraltarianer haben es also immer noch nicht fertig bekommen, dieses Schiff abzutransportieren. Echt krass, aber passt zur Mentalität hier...“was du heute kannst besorgen, das verschiebe getrost auf m orgen“. Schon recht faul die Leute hier...


Am Samstag ist dann die Fred und der Thomas wieder aus Paris zurückgekommen und wir haben bis Mittwoch, als die beiden wieder nach Sevilla gefahren sind, gefühlte 13 546 mal UNO gespielt und der Thomas ist immer noch total begeistert von dem Spiel. Er lässt sogar oftmals seine PSP (Playstation Portable, die er zu Weihnachten bekommen hat) liegen und frägt „On joue aux cartes?“...da hat die Carmen echt einen Volltreffer gelandet mit ihrem Weihnachtsgeschenk. („Je veux........äääähhh...........BLEU!!!“)

Also wie gesagt, dann am Mittwoch sind die beiden wieder weggefahren und wir waren wieder allein zu Haus an Silvester. Das haben wir allerdings nicht ausgenutzt, sondern sind zum Sämi in die Wohnung und haben mit einem Mix aus belgischen, spanischen, französischen, mexikanischen, österreichischen, eidgenössischen und deutschen Partybomben Silvester gefeiert. Also mit „Dinner for one“ natürlich und dem spanisch Brauch, um Mitternacht zwölf Trauben zu essen. Also für jeden Glockenschlag eine...da werden sogar im Fernsehen live die zwölf Mitternachtsglockenschläge von der Kirche in Madrid gezeigt. Da hat man den Mund danach ganz schön voll kann ich euch sagen...insgesamt haben wir also ein echt lustiges Silvester erlebt, das allerdings ein sehr komisches Ende fand...


Die restlichen drei Tage in trauter Zweisamkeit haben wir dann noch genossen und mit einem unfreiwilligen Saunagang und einem leckeren Essen im Gasthaus zur „verrückten Kuh“ gekrönt. Trotz der zwei schönen Wochen ist der Abschied natürlich – wie immer – äußerst schwer gefallen, weil es jetzt halt noch einmal mehr als fünf Monate sein werden...aber nicht zu machen, so ist es halt nun mal. Muss man halt nach vorne schauen...

Es gab ja auch wieder über ein sehr lustiges Fest hier in Spanien zu berichten...und zwar über die „reyes magos“, also die magischen Könige. Der 6. Januar ist hier der zweitwichtigste Feiertag in Spanien. Nach der „Semana Santa“ um Ostern und sogar noch vor Weihnachten und so bekommen die Kinder ihre Geschenke hier zu Dreikönig...der Thomas natürlich auch und zwar ein neues Fahrrad. Naja er bekommt halt alles, was er will...

Und auch ein sehr sehr lustiger Tag ist hier der 5. Januar. Da laufen di e Kinder – Dosen hinter sich herziehend – durch die Straßen und machen einen höllischen Lärm. Ich hab bis jetzt noch nicht herausgefunden, wieso sie das machen, aber ich könnte mir vorstellen, um die Könige zu rufen, damit diese auch nicht beim Bonbonsverteilen gestört werden können und die Kinder tausendtausend Bonbons sammeln können. Es ist nämlich so, dass hier dann abends um sieben ein großer Umzug stattfindet, der ein bisschen den Rosenmontagsumzügen in Köln oder Mainz ähnelt. Nur mit den Unterschieden, dass die Zuschauer weder verkleidet noch betrunken sind und das ganze so um einiges ruhiger vonstatten geht. Das einzige Ziel der Zuschauer ist es, so viele Bonbons wie nur irgend möglich zu sammeln. Ein lustiges Spektakel, wenn sich die ganze Straße zu bücken scheint...


Ja und sonst gibt’s eigentlich im Moment nicht so viel weltbewegendes zu berichten. Nur dass ich jetzt darum kämpfen werde, dass der Thomas den Fernseher ausmacht und seine Hausaufgaben erledigt. Das wird nicht leicht sag ich euch. Ach ja ich werde bald eine Liste hierher schreiben, was hier in der Familie – meiner Ansicht nach – alles falsch läuft....

Ihr dürft also gespannt sein – schaut bald wieder vorbei...


Bis dann

kampfeslustig grüßt der Kili

 

Ach ja und es gibt auch neue Bilder im StudiVZ...

von El Franke
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